Was sich an Preisetiketten im Laufe der Jahrzehnte geändert hat

Können Sie sich noch an die Supermarktkassiererin erinnern, die die Preise der Waren von Preisaufklebern – den Etiketten des letzten Jahrhunderts – ablasen und manuell in die Kasse eintippten?

Das ist nun Vergangenheit, die heutigen Etiketten sind mit Barcodes versehen, die die Globale Artikelidentifikationsnummer (Global Trade Item Number), abgekürzt GTIN, darstellen und blitzschnell und genau von Laserscannern erfasst werden können. Dem Händler wird dadurch neben der schnelleren und sichereren und kostensparenden Abwicklung an der Ladentheke auch die Optimierung der Lagerhaltung ermöglicht.

Für den aufgeklärten Verbraucher dienen die Etiketten auch dazu, alle möglichen Informationen über das Produkt zu erhalten. Hierzu gibt es auf den meisten Produkten zwei Arten von Etiketten, für die Vorder- und die Rückseite.

Auf der Vorderseite erfahren wir, um welches Produkt es sich handelt und wer der Hersteller ist. Daneben findet sich meist auch noch ein buntes Bildch und ein Firmenlogo, was alles dem Wiedererkennungswort und der Verkaufsförderung dient.

Auf der Rückseite wird es dann aber noch interessanter, da wir dort nähere Angaben zu den Inhaltsstoffen und gegebenenfalls Warnhinweise finden. Meist findet sich dort auch der Barcode mit der GTIN. Über diese Nummer können wir noch weit mehr Informationen über das Produkt erfahren, als durch das Etikett selbst, das wegen der Größe nur ein gesetzlich geregeltes Minimum an Informationen aufnehmen kann. Wir müssen nur die Hürde der Verschlüsselung überwinden, was aber ein Kinderspiel ist, da es einige kostenlose Apps für das Smartphone gibt, die uns diese Geheimnisse preisgeben, die in verschiedenen Datenbanken abgelegt sind. Selbst Preisvergleiche sind dadurch möglich.

Kennzeichnung der Inhaltsstoffe durch Etiketten

Der wichtigste Nutzen ist jedoch, soviel und so genau wie möglich über die Inhaltsstoffe der Lebensmittel zu erfahren, um uns eine gesundheitsbewusste Ernährung zu ermöglichen, oder uns vor allergischen Reaktionen zu schützen.

Seit der BSE-Krise (besser bekannt als Rinderwahnsinn) in den 1990ern ist die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln zum Erzeuger, insbesondere bei Rindfleisch, in das allgemeine Bewusstsein getreten und hat auch auf europäischer Ebene zu neuen gesetzlichen Regelungen geführt. Alle Unternehmen in der Lebensmittel- und Futtermittelbranche müssen nachvollziehen können, woher ihre Rohstoffe, einschließlich Verpackungsmaterial, herkommen und wo ihre Endprodukte hingehen. Sollte ein gesundheitsgefährdendes Problem auftreten, kann somit schnell die Problemursache identifiziert werden und eine eventuell notwendige Rückholaktion eingeleitet werden.

Etiketten spielen bei der Umsetzung dieser gesetzlichen Regelungen eine große Rolle. Sie werden bereits bei der Rinderaufzucht eingesetzt, um jedes einzelne Tier identifizierbar zu machen und gewährleisten somit völlige Transparenz, die der Verbrauchersicherheit dient.