Olivenöl – das mediterrane Gold

Wir kennen es besonders von den italienischen und griechischen Spezialitäten. Beispielsweise als Bestandteil der köstlichen Antipasti oder weil die Oliven beim Griechen darin eingelegt sind: die Rede ist vom Olivenöl. Es hat nicht nur einen einzigartigen Geschmack, sondern ist auch um einiges gesünder als das normale Raps- oder Sonnenblumenöl, welches wir Deutschen normalerweise in unserer Küche verwenden. Auch wenn wir Olivenöl eher mit ausgewählten Spezialitäten verbinden, ist es doch um einiges vielseitiger, als wir vielleicht annehmen würden. Im Folgenden sollen Fragen rund um das mediterrane Gold beantwortet werden und Vorurteile aus der Welt geschafft werden.
Es hat sich das Gerücht verbreitet, Olivenöl eigne sich nicht zum Braten und sei somit in der deutschen Küche nur in Salaten einzubringen. Diese Annahme ist falsch. Olivenöl ist sehr gut zum Braten und sogar zum Frittieren geeignet. Man muss lediglich aufpassen, dass es nicht verbrennt. Das ist jedoch bei gewöhnlichem Öl aus Sonnenblumen oder Raps auch nicht anders.

Aufbewahrungstipps- und Tricks beim Olivenöl

Olivenöl - WissenswertesEin weiterer Gedanke, den viele Menschen hegen: Olivenöl verdirbt schnell und kann deshalb nicht so unkompliziert aufbewahrt werden. Dies stimmt nur zum Teil. Selbstverständlich verdirbt Olivenöl schneller als anderes Öl. Das kommt besonders daher, dass es kaltgepresst wird und somit keine chemischen Prozesse zur längeren Haltbarkeit durchläuft. Es kommt deshalb besonders auf die Art und Weise der Lagerung drauf an. Steht das Öl bei Ihnen offen auf der Fensterbank in der Sonne, so können Sie nicht erwarten, dass es lange Zeit genießbar ist. Es wird nach wenigen Tagen schon anfangen, übel zu riechen. Der Geruch kommt von den Fetten, welche mit der Luft und der Hitze zu einer übelriechenden Substanz zerfallen. Lagern Sie Ihr Öl hingegen an einem kühlen und dunklen Ort und darüber hinaus in einer geschlossenen Flasche, so ist es ohne weiteres zwei Jahre lang haltbar. Von einer wirklich kurzen Haltbarkeit kann also auch nicht die Rede sein. Sie müssen jedoch aufpassen. Haben Sie frischen Knoblauch oder auch Kräuter in Olivenöl eingelegt und diese werden von dem Öl nicht mehr ganz bedeckt, so können die frischen Inhaltsstoffe schnell anfangen zu schimmeln. Am besten lagern Sie das Öl genauso, wie Sie Ihren guten Wein lagern würden. An einem dunklen und kühlen Ort um die 10-16 Grad Celsius.
Ein Irrglaube, welcher ebenfalls weit verbreitet ist: wenn Olivenöl flockig ist, ist es ungenießbar. Das stimmt eindeutig nicht. Wenn Sie Ihr Öl im Kühlschrank aufbewahren, dann kann es schnell einmal flockig werden. Es handelt sich hierbei jedoch lediglich um Wachs aus der Schale der Oliven, welches bereits bei einer Temperatur unter 7 Grad Celsius fest wird. Machen Sie sich also keine Sorgen. Dieses Wachs ist ein ganz natürlicher Bestandteil des Öls.

Unterschiedliche Arten von Ölen?

Eine Frage, welche ebenfalls viele beschäftigt ist, was es mit dem „extra vergine“ auf italienischen Olivenölen oder „extra virgen“ auf den spanischen auf sich hat. Wer eine der beiden Sprachen beherrscht, wird stutzig: Was soll in dem Öl denn jungfräulich sein? Es handelt sich bei dieser Bezeichnung um das im Deutschen bekannte „native“ Öl. Dies heißt nichts anderes, als dass es sich um ein naturbelassenes Produkt von sehr hoher Qualität handelt. In Deutschland wird so gut wie nur diese Qualitätsklasse zum Kauf zugelassen.
Eine weitere Frage, die sich den meisten stellt, ist der Preis eines guten Olivenöls. Sie sollten hier schon davon ausgehen, zwischen 15€ und 30€ für einen Liter des mediterranen Golds ausgeben zu müssen. Da Sie jedoch sparsam mit dem Öl umgehen werden und es besonders genießen, müssen Sie sich nicht erschrecken. Außerdem müssen Sie bei dem Preis auch bedenken, dass Sie für andere, gesundheitsfördernde Produkte oft sehr viel mehr ausgeben müssen.
Kommen wir nun zu der Frage danach, was in dem Öl eigentlich alles enthalten ist, was es zu einem so gesunden Produkt macht, welches in unserer Küche nicht fehlen sollte. Zuerst einmal verfügt dieses Öl, anders als seine Genossen aus Sonnenblumen und Raps, zum größten Teil über ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E. Dies ist jedoch den Meisten bekannt. Eher weniger aufgeklärt sind wir jedoch über die Bitter- und Scharfstoffe, die sogenannten Polyphenole, welche in dem Öl enthalten sind. Von Kennern werden sie auch geschmacklich sehr geschätzt, darüber hinaus wirken sie vorbeugend gegen Krebs und hemmen Entzündungen. Wenn das mal nicht interessant und nützlich ist! Wie Sie sehen, Olivenöl ist ein wahres Allroundtalent. Nicht nur geschmacklich eine wertvolle Ergänzung in jeder Küche, sondern auch noch gesundheitsfördernd.
Wenn Sie sich nun auf jeden Fall ein Olivenöl kaufen möchten und sich fragen, woher denn das Beste kommt, so kann hierauf leider keine direkte oder pauschale Antwort gegeben werden. Es verhält sich ähnlich wie mit Wein und Käse. Die Frage ist eine Geschmackssache und Sie werden sich einfach durchprobieren müssen, welches Öl Ihnen am meisten zusagt. Das kommt darauf an, ob Sie es eher süß, herb oder scharf bevorzugen.

Pflichtangaben im Bereich der Etikettierung

Etikettierung von Olivenöl-FlaschenBevor Sie jetzt bei Ihrem nächsten Gang in den Supermarkt in Panik ausbrechen, weil Sie mit der großen Auswahl an Olivenölen überfordert sind, hier noch ein paar Angaben, nach welchen Sie sich auf dem Etikett des Öls richten können. Die Flasche und das Etikett sind nämlich keinesfalls der freien Gestaltung der Hersteller überlassen. Es müssen strenge Normen eingehalten werden, welche besonders zur Qualitätssicherung dieses hochwertigen Produktes eingeführt wurden. Obligatorisch auf dem Etikett vermerkt werden muss zum einen die Güteklasse. Dies kann beispielsweise „Olivenöl nativ extra“ sein oder aber auch einfach nur „Olivenöl“. Bei Letzterem handelt es sich dann jedoch lediglich um eine Mischung von raffiniertem Olivenöl und nativem Olivenöl. Die Güteklasse beschreibt die Qualität des Öls und Sie können auch den Preis nach ihr richten. Ebenfalls auf dem Etikett vermerkt sein muss die Herkunft. Olivenöl wird rund um das Mittelmeer in den verschiedensten Ländern hergestellt und oftmals handelt es sich sogar um Mischungen von Ölen aus verschiedenen Ländern – beispielsweise aus Spanien, Tunesien und Italien. Dies muss auf der Flasche erkennbar sein. Mit der Zeit werden Sie sicher eine Vorliebe für Öl aus einem bestimmten Land entwickeln und diese Angabe kann Ihnen dann bei der Auswahl Ihrer Sorte sehr hilfreich sein. Darüber hinaus müssen unter Anderem das Haltbarkeitsdatum und die Füllmenge der Flasche angegeben werden um Ihnen das Volumen zu garantieren und deutlich zu machen, bis wann das Öl genießbar sein wird.
Sie sehen, es gibt so einiges, woraus Sie bei dem Kauf eines guten Olivenöls achten können und müssen doch auf diese Weise werden Sie sicherlich bald Ihren Favoriten gefunden haben. Und dann steht der Verfeinerung Ihrer Speisen mit diesem köstlichen Öl nichts mehr im Wege.